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CoSee findetr wasserzeichenmarkierte Medien

Fraunhofer Institut, PM:
Urheberschutz im Internet: CoSee findet wasserzeichenmarkierte Medien
Medien aufspüren, Wasserzeichen auslesen, Piraten verfolgen

Kundenfreundliche Alternative zu teurer DRM-Technik
Start für Fraunhofer-Spin-Off CoSee

 

Darmstadt, 25.6.2009 - Die CoSee GmbH (www.cosee.biz) sucht ab sofort im
Kundenauftrag nach Urheberrechtsverletzungen im Internet. Forscher des
Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie haben die Firma
gegründet und das in Darmstadt entwickelte “MediaSearch Framework”
lizenziert und weiterentwickelt. Damit können Unternehmen automatisiert
nach digitalen Musikdateien, Hörbüchern, Videos oder e-Books suchen, die im
Internet verbreitet werden - vorausgesetzt, die Multimedia-Daten sind mit
digitalen Wasserzeichen markiert.

 

“Diese Wasserzeichen sind seit Jahren im Markt erprobt, sicher, einfach
einzubringen und im Gegensatz zu DRM-Kopierschutztechniken
kundenfreundlich”, so Patrick Wolf, Geschäftsführer von CoSee. “Weil sie
aber nur einen passiven Schutz bieten, braucht es eine aktive Suche nach
diesen Daten auf Tauschbörsen oder Internetplattformen wie YouTube. Sonst
haben Wasserzeichen keine Wirkung.” Von Hand wäre dies natürlich viel zu
aufwändig - deshalb hat das Gründerteam einen speziellen Suchdienst
entwickelt.

 

Die Grundlagen des MediaSearch Framework wurden von CoSee-Gesellschafter
Konstantin Diener im Rahmen seiner Masterarbeit bei Fraunhofer entwickelt.
Dort forscht seit Jahren der dritte CoSee-Gesellschafter Dr.-Ing. Martin
Steinebach, Schöpfer der Fraunhofer-Container-Technologie. Mit Container-
Wasserzeichen lassen sich große Datenmengen kostengünstig und ohne
merkliche Zeitverzögerung mit Wasserzeicheninformationen markieren. So
können zum Beispiel beim Kauf in einem Online-Shop während des Downloads
Informationen über Kauf bzw. Käufer eingebettet werden.

 

“Freilich”, so betont Wolf, “suchen wir auch nach Wasserzeichen anderer
Hersteller, falls unsere Kunden solche bereits nutzen.” Digitale
Wasserzeichen generell sind auch nach Meinung unabhängiger Fachleute in der
Praxis nicht zu entfernen, ohne die Qualität der Trägerdatei so zu
schädigen, dass sie praktisch unbrauchbar wird. Dann ist das Produkt jedoch
auch uninteressant für illegale Nutzer, richtet also keinen
wirtschaftlichen Schaden mehr an.

 

Was Lieschen Müller findet, finden wir auch.

 

Das MediaSearch Framework ahmt den menschlichen Benutzer nach, indem es
sich mit wechselnden IP-Adressen aus den Adressräumen ganz normaler Internet-
Zugangsprovider einwählt. Das Framework verhält sich bei der
automatisierten Suche nach digitalen Medien also wie ein Mensch - “was
Lieschen Müller findet und herunterlädt, finden wir auch”, das hat Wolf
tausendfach erprobt. “Exotische Verstecke von illegalen Dateien könnten uns
entgehen”, sagt Wolf, “aber die sind ohnehin wirtschaftlich irrelevant -
die findet auch der normale Benutzer nicht.” Und wollten Internet-Anbieter
IP-Adressen blockieren, würden also auch Tausende menschliche Nutzer von den
illegal angebotenen Daten ferngehalten - nicht die schlechteste Alternative
für den Inhaber der Rechte an den geschützten Werken.

 

Überhaupt geht es den Darmstädter Unternehmensgründern um einen
ausgewogenen, maßvollen Umgang mit Eigentumsrechten in der digitalen
Gesellschaft. Kritisch sieht Wasserzeichen-Forscher Steinebach insbesondere
DRM-Systeme, Methoden zum “Digital Rights Management”, die
Multimediadateien an bestimmte Endgeräte binden. Denn solche Systeme können
dazu führen, dass man selbst legal erworbene und auf CD gebrannte
Musikstücke nicht auf jedem Player, z.B. im Auto, hören kann. Und auch
manch Betreiber von Online-Portalen, der in der Vergangenheit auf DRM
gesetzt hat, sei heute nicht mehr glücklich mit der teuren,
serviceaufwändigen und kundenunfreundlichen Technik, die im Tagesgeschäft
immer wieder zu Verärgerung führe.

 

Wasserzeichen statt Kopierschutz

 

“Hier sind die digitalen Wasserzeichen eine echte Alternative”, so
Steinebach. “Der ehrliche Kunde kann seine gekauften Daten auf jedem
beliebigen Gerät ohne technische Probleme und ohne Qualitätsverlust
abspielen und speichern, er kann sogar Kopien auf CD oder USB-Sticks
herstellen. Aber wer unehrlich ist und die Dateien an andere weitergibt,
kann Probleme bekommen. Denn wenn die Dateien letztendlich auf Tauschbörsen
landen, können sie dort gefunden und mit Hilfe des Wasserzeichens dem
ursprünglichen Käufer zugeordnet werden.” Vollständig ist die
Abschreckungswirkung der Wasserzeichen erst mit einem automatisierten
Suchverfahren, wie es CoSee jetzt anbietet.

 

“Wie unsere Kunden letztlich mit den Suchergebnissen umgehen, bleibt ihnen
überlassen. Sie sind aber nicht mehr gezwungen, die Staatsgewalt
einzuschalten, um z.B. die Herausgabe von IP-Adressen von Piraten zu
erzwingen. Sie können über das schon beim ursprünglichen legalen Kauf
eingebettete und wiedergefundene Wasserzeichen den untreuen Kunden gezielt
direkt ansprechen”, so Wolf. Ob dies nun eine Abmahnung, eine Ermahnung,
eine Schadensersatzforderung oder eine Strafanzeige sei - das bleibe dem
Verkäufer überlassen. Juristischer Beistand ist aber eingeplant. “Als
Partner haben wir von vorneherein eine Darmstädter Anwaltskanzlei mit
Erfahrung im Medienrecht gefunden, an die wir unsere Kunden gerne
weitervermitteln. Dennoch ist unser Kunde natürlich völlig frei, ganz ohne
Anwalt oder mit einem anderen Anwalt seiner Wahl zu arbeiten.”

 

Zukunftssichere Technologie und Geschäftsmodell

 

Die CoSee-Gründer sind sicher, dass die Suchtechnologie zukunftssicher ist -
schließlich ist das Wasserzeichen untrennbarer Teil des geschützten Werks.
Solange man auf das Werk zugreifen kann, solange kann man auch das
Wasserzeichen auslesen - egal, ob das geschützte Werk in einer klassischen
Tauschbörse, bei Rapidshare, BitBlinder oder im StealthNet gefunden wird.
Auch das Geschäftsmodell, so Wolf, berge noch einiges Potenzial -
“natürlich kann man mit dem MediaSearch Framework auch
wasserzeichenimprägnierte Bilder aus Online-Katalogen finden, die Fälscher
physischer Produkte - Schuhe, Handtaschen, Textilien, Medikamente,
Werkzeuge oder was auch immer - mit Vorliebe in ihren Verkaufsportalen
einsetzen, um Authentizität vorzutäuschen und eigene Produktionskosten zu
sparen.” Damit kann man dann noch nicht unbedingt den Produktfälscher
dingfest machen, aber man weiß immerhin, wo die Plagiate angeboten werden
und kann versuchen, dagegen vorzugehen. Andere Dienstleistungen, die
angeboten werden, sind zum Beispiel Marktstudien zur Effizienzbewertung von
viralem Marketing - so lassen sich preisgünstig die Verbreitungswege
kostenlos verteilter Musikstücke oder Videos nachvollziehen.

 

Wasserzeichen - unhörbar, unsichtbar

 

Die Wasserzeichen-Technologie des Fraunhofer SIT für Hörbücher und
Musikstücke basiert auf nicht hörbaren Differenzen bei Lautstärke und
Tonhöhe, die vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen und ohne Kenntnis des
Einbettungsalgorithmus und des Wasserzeichencodes auch mit Computerhilfe
nicht festgestellt werden können - und was nicht messbar ist, kann auch
nicht zielgerichtet entfernt werden. Eingebettete Wasserzeichen
verschlechtern nicht die hörbare Tonqualität. Entsprechende Wasserzeichen-
Versionen für Bilder und Videos sind ebenfalls verfügbar.

 

CoSee GmbH
Pressekontakt:
c/o Michael Kip, mpr
Bockenheimer Landstr. 17-19
60325 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 71 03 43 45
Fax +49 69 71 03 43 46
mailto:m.kip@mpr-frankfurt.de
http://www.mpr-frankfurt.de

 

Fraunhofer-Institut für
Sichere Informations-Technologie
Rheinstr. 75, 64295 Darmstadt
Pressekontakt: Oliver Küch
Tel. +49 6151 869-213
www.sit.fraunhofer.de

 

Bildmaterial und Text mit weiterführenden Links bei
http://www.mpr-frankfurt.de/start.html oder auf Anfrage.

 

Weiterführende Informationen: http://www.cosee.biz
http://www.sit.fraunhofer.de/projekteundthemen/WasserzeichenContainer.jsp

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Juni 25th, 2009 Posted by admin | Allgemein | no comments

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